Archiv für den Monat März 2011

Versammelt um den Altar – nach 100 Jahren

Der Ältestenkreis machte am Montag den 28. März einen Probelauf für die anstehenden  Baustellenführungen in der Friedenskirche (Termine hier im Blog). Vor dem Portal der Kirche führte Lothar Bauerochse ein in die Renovierung und den Ablauf des Baustellenrundganges mit anschließender Andacht. Auch Sicherheitshinweise dürfen nicht fehlen, denn wir betreten eine Baustelle. Aus diesem Grund sind einige Teile der Kirche abgesperrt, damit niemand zu Schaden kommt.

Dann betreten wir endlich die Kirche. Seit vier Jahren planen wir, seit zehn Jahren denken wir über die neue Friedenskirche nach. Nun ist es soweit, wir blicken ca. ein Jahr in die Zukunft. Und was wir sehen ist hochspannend, trotz der provisorischen Einrichtung mit grobem Sperrholz und den noch winterlichen Temperaturen.

Es beginnt am Haupteingang: Der Windfang ist weg und gibt den Blick frei auf das Kirchenfenster über dem Eingang, das unsere katholische Schwesterkirche St. Vitus zeigt. Bisher verdeckte dies der Windfang.

In die ersten Deckenbögen wird ein neuer Windfang aus Glas eingebaut werden. Dadurch wird der Eingangsbereich offen und hell – einladend. Die Kälte bleibt draussen.

Die nächste Station ist der Andachtsbereich, links unter der Westempore. Eine schlichte weiße Platte mit einer großen Kerze deutet dies an.

Natürlich fällt der Blick bereits am Eingang auf das Mittelschiff, wo zuerst der (angedeutete) Taufstein, dann die Altarinsel mit Altar und die weinbergartige Stufenanlage mit der (ebenfalls angedeuteten Kanzel) und schließlich die hinter einer Holzwand geschützte Orgel in einer Linie zu sehen sind. Diese Linie nimmt Taufe, den Tisch des Herrn, das Wort Gottes und Kirchenmusik in einheitlicher Weise auf. Damit erinnert sie an die ursprüngliche Konzeption Behaghels, der – bis auf den Taufstein – die ursprüngliche Friedenskirche ebenso gestaltete.

‚Ist sie nicht ein bisschen dominant, die Stufenanlage?‘ ‚Sind das wirklich nur 40 Sitzplätze weniger?‘ So schoss es wohl manchem durch den Kopf während der ersten Minuten des Rundganges. Nein, sie ist noch nicht gewohnt, sie will entdeckt und ‚besetzt‘ werden, die neue Friedenskirche.

Nach ausgiebigem Rundgang auf allen Stufen und im gesamten Mittelschiff (die Seitenschiffe sind aus Sicherheitsgründen abgesperrt) versammelten wir uns zur Baustellenandacht. Dies war der erste Gottesdienst in der neuen Friedenskirche! 100 Jahre nach deren Fertigstellung versammelt sich die Gemeinde erstmals um den Tisch des Herrn. Kerzen werden entzündet, eine Solistin singt – stehend auf einer der Stufen – ein schlichtes Abendlied. Gebete, Lieder, Meditation. Und auf einmal nehmen ich wahr was sich verändert hat: Die Gemeinde sieht einander an – im Blick auf den Altar! Wir sitzen um den Tisch des Herrn. Die Kirche hat ihre Mitte gefunden.

Die Lampen im Mittelschiff leuchten die Decke an. Durch das indirekte Licht wird die Decke nun deutlich wahrnehmbar. Und, ich kann es nicht anders sagen, denn genau das empfinde ich, trotz Kälte und Baustelle, in dieser Kirche fühle ich mich jetzt schon heimisch. Mehr als in den letzten 10 Jahren.

Nehmen Sie die Baustellenführungen wahr! Kommen Sie ohne Vorurteile. Die Kirche will er-lebt werden. Ich kann Ihnen sagen, es lohnt sich!

Und – schauen Sie mal noch oben. Haben Sie die Decke jemals so deutlich wahrgenommen?

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Da ist Musik drin…

Immer wieder wird gefragt, ob denn die Stufenanlage in der neuen Friedenskirche tatsächlich für die Kirchenmusik nützlich ist, ob die Stufen nicht gefährlich zu begehen sind, ob weitere Podestanbauten nötig sind, ob Orchestermusiker und Chöre tatsächlich darauf ausreichenden Platz finden.

Die gute Nachricht: Ja, die neue Stufenanlage wird – obowohl sie nicht in erster Linie als Chor-Podest gedacht ist, sondern als liturgischer Ort für die Verkündigung in Wort und Musik – in Zukunft der überaus lebendigen Kirchenmusik in der Friedensgemeinde optimale Bedingungen bieten.

Zunächst ein paar Fakten:

Die Stufenanlage ist kein „Verkehrsweg“ zwischen Kirchenraum und Orgelempore, auf dem zahlreiche Menschen mal eben schnell von oben nach unten laufen oder umgekehrt. Im Normalfall werden sich auf der Stufenanlage nur die liturgisch Mitwirkenden bewegen, also Pfarrerin und Pfarrer, die zur Kanzel schreiten (und das geht auf den verschränkten Stufen sehr gut!) sowie auch Lektoren. Natürlich bietet die Stufenanlage auch Raum für weitere Gestaltungsmöglichkeiten im Gottesdienst, etwa szenischer Art. Aber dann hat das alles auch seine Rolle im Rahmen der Liturgie.

Für die Kirchenmusik bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Der Gemeinde bekannt ist die Situation, dass ein Chor (z.B. der Kirchenchor) oben auf der Orgelempore singt. Dies wird auch in Zukunft die „Standardsituation“ sein.

Kirchenchor auf Orgelempore

Für die Mitglieder dieser Chöre wird sich gegenüber heute fast nichts ändern. Sie erreichen die Orgelempore wie bisher über die beiden Treppenhäuser auf normalen Stufen. Sie finden auf der Orgelempore ihre Sitzplätze. Zu ihrem Einsatz im Gottesdienst stellen sie sich mittig vor der Orgel auf. Anschließend gehen sie wieder zurück zu ihren Plätzen. Wenn die Mitglieder des Kirchenchores z.B. am Abendmahl teilnehmen wollen, erreichen sie den Kirchenraum wiederum über die Treppenhäuser – genau wie bisher.

Allerdings, doch etwas wird sich entscheidend ändern: In Zukunft können die Musiker auf der Orgelempore nicht nur per Lautsprecher hören, was im Gottesdienst passiert, sondern auch sehen und intensiver als bisher am Gottesdienst teilnehmen. Und die Gemeinde kann auch sehen, wer da so schön singt. Und wer gerne doch ein bißchen „versteckt“ sitzen möchte, wird auch in Zukunft hinter den verbleibenden Mauerbrüstungen eine Nische finden.

Neu wird sein, dass in Zukunft Chöre auch bei einem Auftritt von unten einen angemessenen Platz finden.

Chor auf unteren Stufen

Wir kennen es zum Beispiel, dass die Kinderchöre unten in der Kirche sitzen und sich zum Gesang auf den Stufen aufstellen. Das können sie in Zukunft mit viel Ruhe und Platz auf den unteren Stufen tun. Oder ein kleiner Chor bzw. ein kleines Instrumenten-Ensemble wird auf den unteren Stufen und damit nahe bei der Gemeinde ausreichend Platz finden.

Letztlich sind die Varianten zahllos. Ein kleiner Chor mit kleinem Ensemble könnte für ein Konzert auch im mittleren Bereich Platz finden – und an der Stelle sowohl im Erdgeschoss wie auf den Emporen sehr gut zu hören und zu sehen sein. Für den Kantor/Dirigenten wird es ein Podest geben, das genau auf eine Stufe angepasst ist, so dass der Dirigent auf Augenhöhe vor der ersten Sängerreihe stehen kann (natürlich mit Geländer gesichert, damit auch engagierte Dirigenten nicht vom Sockel stürzen).

Chor in der Mitte

Und schließlich ist die Stufenanlage samt der Altarinsel auch gut gerüstet für das große Chorkonzert, etwa eine Oratorienaufführung der Kantorei mit Orchester. Wir haben es einmal ausgerechnet: Auf der kompletten Stufenanlage bis hin zur Orgelempore würden 150 Sängerinnen und Sänger Platz finden. Auch für große Konzerte sind also keinerlei Anbauten notwendig! Kanzel und Altar werden zwar keine Leichtgewichte sein, aber sie können bei Bedarf verschoben werden. Somit kann z.B. die Kantorei bei einem Konzert auf den unteren fünf bis sechs Stufen ausreichend Platz finden und das Orchester sitzt im Halbreis auf der Altarinsel.

Bis zu 150 Sängerinnen und Sänger würden auf den Stufen Platz finden

Noch ein Wort zu den Maßen der Stufenanlage: Es gibt ein Standardmaß für die sog. „Orchesterstufe“. Das liegt bei 120 cm Tiefe und 45 cm Höhe. An diesem Maß orientiert sich auch die Stufenanlage in der neuen Friedenskirche. Die Abweichungen sind darin begründet, die Stufenanlage an das schon vorhandene Maß der Stufen auf der Orgelempore anzupassen.

Die Stufen in der neuen Friedenskirche werden 112 cm tief sein und 42 cm hoch.

Der Platz reicht, um Chorsänger in zwei Reihen aufzustellen, um Instrumentalisten zu platzieren, auch um ggf. Stuhlreihen für die Sängerinnen und Sänger zu stellen. Dabei wäre es sogar möglich, dass eine Reihe Sänger sich auf Stühle setzt und die dahinter stehende Reihe Sänger sich auf die nächste Stufe setzt. Werfen Sie dazu einen Blick in die Pläne.

Sitzen auf Stufen oder Stühlen

Sitzen auf Stufen und Stühlen

Baustellenführungen – Machen Sie sich ein eigenes Bild!

Was ist nicht alles geredet und geschrieben worden über die Renovierung. In vielen Gesprächen wurde uns immer wieder deutlich, dass leider viele Falschinformation im Umlauf waren, beabsichtigt oder nicht.

Dies hat nun bald ein Ende! Ab dem 1. April hat die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen. Was für eine Möglichkeit! Der Bauausschuss der Stadtsynode hat, als er den vorliegenden Entwurf beschlossen hat, ebenfalls bestimmt, dass die Gemeinde anhand einer solchen Baustellenführung mit einem 1:1 Modell der Stufenanlage sich ein Bild machen können soll.

Ab Anfang April laden wir Sie zu geführten Rundgängen auf der Baustelle ein. Eigene Begehungen dürfen aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden. Sie werden erfahren, was in der Friedenskirhe neu gestaltet wird (und dies ist beileibe mehr als ’nur‘ die Stufenanlage!) und warum. Sie können den Raum der Friedenskirche neu wahrnehmen und entdecken einige der zukünftigen Möglichkeiten des neuen Innenraumes – in aller Vorläufigkeit, denn die Kirche ist derzeit eine Baustelle.

Termine:

Freitag, 1. April 2011, 20 Uhr – Baustellenrundgang mit Abendandacht

Mittwoch, 6. April 2011, 20 Uhr – Baustellenrundgang mit Abendandacht

Sonntag, 10. April 2011, 17 Uhr – Baustellen-Kurzkonzert mit Ausschnitten aus dem Kindermusical „Daniel“;Kinderchöre der Friedenskirche.

Sonntag, 17. April 2011, 11:30 Uhr – Baustellenrundgang nach dem Gottesdienst mit Lesung.

Begehungen zu anderen Zeiten sind leider nicht möglich.

Hinweisen möchten wir auch schon auf die Gemeindeversammlung, die am 19. April 2011 abends stattfinden wird. Separate Einladungen hierzu sind bereits durch den GV Vorsitzenden öffentlich gemacht worden.

Wie das wohl in Wirklichkeit wirkt? – Dies fragen sie momentan viele in der Gemeinde. Kommen Sie unvoreingenommen, lassen Sie den grossartigen Kirchenraum auf sich wirken.

Was jetzt passiert?

Die Staubwolken sind verflogen, jetzt beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den Aufbau des Stufenmodelles und die Führungen mit den verschiedenen Gemeindegruppen. Vieles will hier überlegt werden, denn es geht beileibe nicht nur um das Stufenmodell. Wer sich die Webseite ausführlich angesehen hat weiss längst: Die Renovierung der Friedenskirche ist ein Gesamtkonzept, das sich durch die ganze Kirche zieht, vom Haupteingang bis hinauf auf die Orgelempore.
In den nächsten Wochen entsteht hier etwas Einmaliges: eine Vorschau auf das, was wir eigentlich erst in einem Jahr sehen können. Dies braucht viel Vorbereitung: Zu allererst einmal die Absicherung der Baustelle. Die ehemaligen Heizungsschächte liegen offen und müssen gesichert werden, damit sich niemand verletzt.
Alle wichtigen Aspekte der geplanten Renovierung sollen zu sehen sein und müssen einfach (preiswert) aber auch ausreichend genau dargestellt werden. Beleuchtung und vieles Andere ist dazu zu überlegen.
Freuen Sie sich auf die Baustellenführungen, es gibt wohl niemanden, der nicht äußerst gespannt darauf ist!

Die Termine werden baldmöglichst bekannt gegeben. Bleiben Sie (inter)aktiv!
Ihre Friedensgemeinde Handschuhsheim.

In eigener Sache

Bedingt durch Urlaub kann es in dieser und der nächsten Woche zu Verzögerungen bei der Freischaltung von Kommentaren kommen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Ohnehin scheinen die meisten Friedenskirchler im Urlaub zu weilen. Sehen sie selbst:

Insgesamt wurde der Blog bereits 6410 mal aufgerufen. Statistisch  hat also jedes Gemeindeglied einmal hineingeschaut. Statistisch. So viele machen also die Friedensgemeinde aus.

Wir wünschen einen guten Start in die Passions- und Fastenzeit und möchten auf die ökumenischen Passionsandachten hinweisen, die mittwochs um 19.00 in der St. Vituskirche stattfinden.

Persönlich möchte ich hinweisen auf die Fastenaktion der Evangelischen Kirche, die vorsieht, in den nächsten sieben Wochen etwas bewusst zu lassen oder bewusst zu tun. Alle Menschen, auch diejenigen, die ganz anders empfinden, ernst zu nehmen, als Menschen zu akzeptieren und wie unter Christen anzunehmen zu behandeln. Auch vor und während einer Gemeindeversammlung zur Kirchenrenovierung. Ich zähle auf Sie!

Jetzt ist sie wirklich leer

Weil am 5. März die Container übervoll waren, traten am heutigen Faschingsdienstag noch drei fleissige Helfer an, den letzten von über einem Dutzend Container mit Abfallholz zu füllen.

Eine tolle Leistung! Man erinnere noch einmal daran, dass es Zweifler gab, ob überhaupt genug Leute zusammenkommen, die so viele Stunden ihrer freien Samstage dafür aufwenden. Wie schön, dies eindrücklich widerlegt zu haben!

Diese Gemeinde ist stark!

Ein Weinberg

Viel ist geschrieben worden in den letzten Jahren über die ‚Stufenanlage‘ in der neuen Friedenskirche. Sie wurde schon viel geheissen: Treppe, Chortreppe und was nicht noch alles.

Dabei wurde nur von Wenigen wirklich wahrgenommen welche starken Veränderungen der ursprüngliche Entwurf aus dem Jahr 2007 inzwischen erfahren hat. Die Predigtkanzel wurde von der Seite (wieder) in der Mittelachse vorgesehen. Dass aber die Stufenanlage selbst über die vielen Monate der Planung, Schlichtungen und Diskussionen viele Veränderungen erfahren hat ist weniger bekannt.

Dieser Prozess hat letztlich zur starken Geschlossenheit der großen Mehrheit des Ältestenkreises geführt. Diese Geschlossenheit war für uns anfangs nicht selbstverständlich. Leider haben große Teile derjenigen, die uns heute laut kritisieren diese Veränderungen nicht merklich wahrgenommen, noch konstruktiv mit uns diskutieren wollen.

Was aber wichtiger ist: Der Entwurf wie er heute vorliegt und in wenigen Wochen der Gemeinde als 1:1 Modell vorgestellt werden wird, ist mitnichten eine Treppe! Ausser vielleicht in dem Sinne, dass man natürlich (auch) auf ihr eine Höhe überwinden kann. Ein weitaus besseres Bild der so inzwischen veränderten Stufenanlage ist das des Weinbergs.

Nicht nur bildlich, sondern auch biblisch ist dies ein wunderbares Bild: Die Gemeinde blickt gleichsam auf den Weinberg Gottes. Gibt es ein besseres Bild in einer Landschaft, die auch stark vom Weinbau geprägt ist?

Sehen Sie selbst.