Archiv für den Monat April 2011

Und noch: Kinderbibeltage zum Thema „Taufe“

Es gibt noch Anderes in der Friedenskirche. Auch wenn es nichts mit der Renovierung zu tun hat: Es gibt hier einen Link zum ausführlichen Bericht und Bildern der diesjährigen Kinderbibeltage.

Link zur Homepage der Friedenskirche

Lesen Sie nach!

Die Gemeindeversammlung bestätigt das Stufenmodell

Auf der Gemeindeversammlung vom 19. April konnten sich gegen die geplante Renovierung gerichtete Anträge nicht durchsetzen. Mit großer Mehrheit wurden sie abgelehnt. Damit kann nun die Planung, wie bereits vom Bauausschuss der Stadtsynode beschlossen nun komplett umgesetzt werden.

Wie schon an anderer Stelle beschrieben, gibt es weiterhin viel zu tun: Die Gemeinde wird, um Kosten zu senken im Verlauf des Jahres weitere Eigenleistungen erbringen. Dadurch werden wir einige Zehntausend Euro einsparen. Weiterhin sind noch etliche Entscheidungen im Bezug auf die Prinzipalien zu treffen. Auch sind vielerlei Anregungen aus den Baustellenführungen eingegangen, die vom Planungsgremium ausgewertet werden. Nicht zuletzt die Frage der Bestuhlung ist final zu entscheiden. Das Wort ‚Bestuhlung‘ ist hier richtig, denn die Baustellenumfragen haben eine klare Präferenz für Stühle (statt Bänke) ergeben. Auch die Voten für die Stufenanlage, die auch in der Gemeindeversammlung deutlich wurden, sind in den Rückmeldebögen (noch viel deutlicher) zu sehen. Die Ergebnisse der Umfragen werden wir hier bald auch veröffentlichen.

Bleiben Sie im Blog dabei, denn auch in den nächsten Wochen und Monaten gibt es hier viel Spannendes und Wichtiges zu berichten!

Ein persönlicher Rückblick

Mit dem Aufstellen des 1:1 Modelles und dem ersten Ausprobieren des Kirchenraumes schließt sich für mich ein Kreis, der vor vier Jahren begann (obwohl der Ältestenkreis schon seit über 10 Jahren sich immer wieder mit der anstehenden Renovierung beschäftigt hatte). Ich war 2007 Teil des Entscheidungsgremiums beim Architektenwettbewerb und habe die Vorbereitungen dazu ebenfalls mit auf den Weg gebracht.

Ich möchte an dieser Stelle einige persönliche (!) Gedanken zu den letzten vier Jahren, seit denen wir über das Konzept der neuen Friedenskirche diskutieren und streiten, formulieren.

Viele Menschen haben sich mit großer Ernsthaftigkeit und Herzblut an dem Projekt beteiligt. Dies gilt quer durch alle ‚Lager‘. Diesen Menschen gilt mein ausdrücklicher Dank und meine Bewunderung.

Einige wenige haben versucht, Ihre (negative) Meinung auf äußerst unfeine Art zu äußern. Beleidigungen, die durchaus justiziabel sind, man blättere mal im Blog abwärts, wurden sehr öffentlich aber auch in privaten Briefen in die Welt gesetzt. Wir haben uns dem bislang ausgesetzt, auch wenn es für einige über die Belastungsgrenze ging. Dem Hass  dieser Briefe innerhalb einer evangelischen Gemeinde stehe ich – immer noch – fassungslos gegenüber.

Zeit, Herzblut und Kraft für eine ehrenamtliche Tätigkeit kann ich nur aufbringen wenn ich von der Sache selbst überzeugt bin und wenn es Menschen gibt, für die sicher dieser Aufwand rechtfertigen lässt. Glücklicherweise gibt es in der Friedensgemeinde viele von ihnen!

Die positiven Voten für unsere Arbeit der letzten Jahre, die gerade in den Tagen seit dem Beginn der Baustellenführungen massiv überwiegen (be)stärken mich. Diese oft leisen Stimmen sind eine Kraftquelle.

Über den Streit selbst ist das meiste bereits gesagt. Diesen Eindruck, und auch eine gewisse Müdigkeit, die immer selben Argumente wieder zu bewegen, habe ich bei etlichen Gemeindegliedern feststellen können. Es ist (noch) nicht gut, aber es ist genug! Es bleibt noch Vieles zu tun in der Gemeinde, und mit der Freude auf das, was wir gerade in der Baustelle sehen können, wird das gut gelingen. Die Friedensgemeinde ist stark.

Argumente, die über ‚Gefällt mir nicht‘ hinausgehen, kann ich schon lange nicht mehr erkennen. Über das ‚Gefallen‘ ohne Sachargumente lässt sich schwerlich demokratisch abstimmen. Dagegen erkenne ich ein hilfloses Suchen neuer Gegenargumente einiger weniger, die ihren Kampf gegen die Windmühlen nicht aufgeben möchten – aus Gründen über die ich nur spekulieren kann. Und das werde ich öffentlich nicht tun – ebenfalls im Gegensatz zu Anderen, die genau zu wissen scheinen, und dies auch öffentlich kundtun, was meine eigene Motivation ist. Woher wissen dies Leute, die nie mit mir gesprochen haben, und die mich gar nicht kennen?

Was bleibt? Die Friedenskirche wird sich verändern, das wird Einige schmerzen, andere freuen. So wie jede Veränderung schmerzt, zunächst. Andere Menschen jedoch werden Kirche neu, oder überhaupt erst einmal erleben. Zwei Dinge machen mich sehr optimistisch: Erstens der letzte Gottesdienst in der Friedenskirche im Februar. Hier waren Alt und Neu direkt in einem Gottesdienst beieinander, trotz aller Unterschiede. Wer dort war hat gemerkt, hier feiert eine lebendige Gemeinde, denn Trauer und Freude, wo gibt es das schon, finden auf natürliche Weise eine Heimat.  Zweitens die Abbrucharbeiten in der Kirche im Februar und März. Menschen, die Steine schleppen, Staub fegen, Holz sägen und für alle zusammen kochen. Alt und jung, stark und schwach, Männer, Frauen, Kinder. Und bei allen zusammen ein starkes Gefühl etwas Positives zu ‚schaffen‘. Solche Erfahrungen sind stark. Das baut Gemeinde.

Ich wünsche mir, dass der Rest des Projektes, bei dem noch Vieles zu tun bleibt, in großer Freude und Ernsthaftigkeit abläuft. Ich wünsche mir, dass weiterhin Trauer und Freude ihren Raum behalten. Ich wünsche mir, dass der persönliche Umgang miteinander wieder dem Namen dieser Gemeinde entspricht!

Viele sind gekommen

Die Baustellenführungen wurden heute am Sonntag den 17. April abgeschlossen. Nach dem Gottesdienst gab es letztmalig Gelegenheit, die Baustelle mit den verschiedenen Stationen der Renovierung und dem 1:1 Modell der Stufenanlage zu besichtigen. Und viele sind gekommen, sicher auch, um sich für die Gemeindeversammlung am Dienstag den 19. April (19.30 im Gemeindehaus an der Friedenskirche) ein eigenes Bild zu machen. Einige sahen alles zum ersten Mal, andere waren schon bei vergangenen Führungen dabei.

Viele Fragen wurden gestellt, mal ging es um Details, mal um größere Fragen, die die Besucher beschäftigten. Dies alles macht deutlich, wie wichtig es ist, die Diskussion auch über die Gemeindeversammlung hinaus lebendig zu halten. Wie schon früher hier im Blog erwähnt, gibt es noch Vieles zu diskutieren. Welche Funktion braucht die Andachtsecke? Welche Art Kanzel brauchen wir? Wie soll der Altar aussehen?

Wie wichtig die Aufstellung des 1:1 Modelles war, wurde auch in den inzwischen teilweise ausgewerteten Rückmeldebögen deutlich: Anpassungen der Breite der Stufenanlage, die Größe des Altarpodestes, die Stellung der Kanzel und Vieles mehr wurde so noch einmal im Detail diskutiert, und auch durch die Rückmeldungen sehr bestätigt.

Die Auswertungen werden wir hier im Blog noch darstellen, sobald sie fertig und grafisch dargestellt sind.

Die Baustellenführung wurde schliesslich – wie alle vorigen auch – durch eine kleine Andacht abgeschlossen in Wort, Lied und Chorgesang, um die liturgischen Möglichkeiten in kleinem Rahmen bereits einmal vorzustellen.

Kommen Sie zur Gemeindeversammlung am 19. April, und reden Sie mit!

„Welche Kraft der Ort bereits hat…“

Jürgen Schlechtendahl ist Leiter des Bereiches Kirchenbau im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe. Er begleitet die Renovierung der Friedenskirche schon lange, war Teilnehmer am Runden Tisch bei der Dekanin. Er gehörte 2007 zum Auswahlgremium beim Architektenauswahlverfahren.

Jetzt hat auch er das Stufenmodell in der Friedenskirche angeschaut und seine Eindrücke wie folgt zusammengefasst:

„Ich bin den Weg vor der Kirche und in die Kirche bewusst langsam gegangen, um deutlicher wahrzunehmen, was auf diesem Weg mit mir selber passiert. Meine Empfindung war, der neue Altar zentriert, er konzentriert den Blick und richtet das Augenmerk auf ihn. Er sammelt. Oberkirchenrat Nüchtern hat einmal gesagt, ein heiliger Raum muß auch „erschrecken“. Ich war tatsächlich ein wenig erschrocken, welche Kraft dieser Ort bereits in OSB-Ausführung hat. Bitte verstehen Sie das als ein ausdrückliches Kompliment an die Architekten.

Diese Zentrierung ist neu in Ihrer Kirche, die bisher vor allem den Blick nach oben geleiten wollte. Richtigerweise wird sie durch eine zurückhaltende, reduzierte Farbgebung unterstützt. Ich habe mir auch nochmal das Juryprotokoll von 2007 durchgelesen. Wir haben eine solche Wirkung offenbar ja damals schon erhofft, zumindest gibt es leise Anklänge dazu auch in der Bewertung des Entwurfs. Es ist sehr erfreulich, dies nun bestätigt zu bekommen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Bauverlauf!“

Die Friedenskirche findet eine neue Mitte

Treppe zu kurz?

Bei den jüngsten Baustellenführungen ist vereinzelt kritisch angemerkt worden, dass nur die Stufenanlage im Altarraum im Modell dargestellt ist, aber nicht die Stufen auf der Orgelempore.

Dass dies so ist, dafür gibt es technische Gründe: Schon bisher gab es auf der Orgelempore Stufen. Bei der Renovierung vor 50 Jahren wurde das Niveau dieser Stufen angehoben. Bei der anstehenden Renovierung sollen sie wieder auf ihr ursprüngliches Maß zurückgeführt werden.

Das heißt aber, die neuen Stufen liegen tiefer als die jetzigen. Wollte man sie im Modell darstellen, müsste man die bisherigen Stufen auf der Orgelempore abreißen und entfernen.

Diese Stufen  werden aber während der weiteren Bauphase benötigt. Ohne die Stufen sind die notwendigen Arbeiten an den Wänden und Decken nicht möglich, denn der Untergrund ermöglicht nicht die Aufstellung eines Gerüsts. Deshalb kann die Stufenanlage nicht bis zur Orgel weitergeführt werden. Das war auch nie geplant.

Es ist jedoch irreführend, wenn jetzt behauptet wird, auf das jetzige Modell käme noch einmal ein Drittel oben drauf. Es sind tatsächlich für den Betrachter noch zwei(!) weitere Stufen sichtbar. Die haben das gleiche Maß wie die Stufen des Modells. Dann kommt für den Betrachter das Rückpositiv der Orgel. Insgesamt gibt es auf der Orgelempore vier Stufen, die sich aber seitlich des Rückpositivs und der Orgel befinden und teilweise hinter den Mauervorsprüngen verschwinden. Es ist also keineswegs das Monstrum, das jetzt in einigen Kommentaren beschworen wird.

Daniel in der Baustelle

Das gab’s noch nie: Ein Baustellenkonzert!

Am vergangenen Sonntag haben rund 250 Besucher die Kinderchöre mit ihrem neuen Stück „Daniel“ unter der Leitung  von Kantor Michael Braatz in der Baustelle der Friedenskirche hören können.

Zum Schluss gab es frenetischen Beifall mit „Bravo“ Rufen wohl nicht nur für das tolle Konzert, sondern auch als begeisterte Zustimmung zur neuen Friedenskirche.

Hier ein paar Eindrücke von diesem ganz besonderen Konzert:

Baustellenkonzert in der Friedenskirche

Rund 250 begeisterte Zuhörer