Archiv für den Monat November 2014

„Das Zeitliche segnen“ – Ökumenischer Abend des Männervereins

„Das Zeitliche segnen“ – unter diesem Thema stand der zweite Ökumenische Abend, zu dem der Männerverein der Friedensgemeinde gemeinsam mit dem Männerkreis der St. Vitusgemeinde am 21.11. in den Chorsaal der Friedenskirche eingeladen hatte.

 

Logo MännervereinGut 35 Anwesende waren der Einladung gefolgt und erlebten einen von persönlichen Erfahrungen geprägten, spannenden Wechselvortrag von Pfarrer Garleff und Pastoralreferent Bunse von der katholischen Seelsorgeeinheit Heidelberg-Neckartal.

 

„Den eigenen Tod, den stirbt man, den Tod der Anderen muss man leben“- mit diesem Satz erinnerte Pastoralreferent Bunse daran, dass der Tod die Zurückbleibenden oft mehr aufwühlt als den Sterbenden selbst. So erlebt er in seiner Arbeit oft die Angst der Angehörigen vor ihrer eigenen Sterblichkeit als etwas, das sie befangen macht.

 

elbenhimmelFür einige der Anwesenden stand hingegen eher die Trauer um den endgültigen Verlust eines Menschen im Vordergrund als die Angst vor dem eigenen Tod. Es entstand im Verlauf des Vortrags ein reger Dialog mit den Zuhörern zu deren eigenen Erfahrungen. Klar war für alle: „Der Tod durchbricht schlagartig den Takt des Lebens mit seinen Geschäftigkeiten.“

 

Pfarrer Garleff verdichtete es auf ein Bild: „Stellen Sie sich Zwillinge im Mutterleib vor, in ihrer vertrauten Geborgenheit sich fragend: Was kommt nach der Geburt? Geht es da weiter? Sie wissen es nicht.“ Vergleichbar auch der Tod: Ein Heraustreten aus der bekannten, geborgenen Welt, ein Grenzübertritt ins Unbekannte. Dieser Schritt macht Angst. „Die Aufgabe jeder Religion in allen Kulturen war und ist es, diese Angst zu lindern und eine Tür zum Unbekannten hin zu öffnen.“

 

Von den Zuhörern wurde bedauert, dass Menschen oft alleine sterben. Die Begleitung des Sterben-den und der Angehörigen durch einen Pfarrer ist keine Selbstverständlichkeit mehr, lediglich die Beerdigung als gegebener Endpunkt. Auch Glaubensriten um den Tod sind nicht mehr geläufig und dadurch Halt gebend. Mit der Folge: „Abschied nehmen muss man lernen“- wie es Pastoralreferent Bunse zusammenfasste.

 

praghimmelPfarrer Garleff erinnerte mit Martin Luther an das, was jeder selbst tun kann: „Kümmert Euch, dass ihr die Sache geordnet hinterlasst“. Je klarer geregelt die weltlichen Dinge sind, je besser alte Konflikte bereinigt und vergeben sind, desto gelöster kann auch der Abschied aus dem Leben gelingen. Damit kann man hier und jetzt beginnen und muss nicht warten, bis das Sterben den Endpunkt setzt.

 

Das Zeitliche segnen – Erinnerungen an das Leben mit den Verstorbenen können segensreich sein für das eigene Leben. Und auch das gibt es: Den Segen Sterbender für die, welche um sie stehen und sie in ihr Sterben begleiten; bewegende Beispiele wurden an diesem Abend geschildert.

 

Unmöglich, die Dichte dieses Abends wiederzugeben, die Wucht der von beiden Seelsorgern geschilderten Ereignisse sowie die gespannte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Es war ein intensiver und gelungener ökumernischer Abend des Männervereins der Friedensgemeinde und des Männerkreises St. Vitus, der vielleicht angesichts des regen Interesses wiederholt werden sollte.

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Manfred Taufertshöfer vom katholischen Männerkreis und Karl Wolff vom evangelischen Männerverein dankten den Zuhörern für ihr Interesse und verwiesen darauf, dass auch im kommenden Jahr interessante Veranstaltungen zu erwarten sind.

 

Helmut Brodt / Karl Wolff

Gemeinde entwickeln mit Zielen

Der Ältestenkreis beriet über die Schwerpunkte seiner Arbeit

 

Um die Ziele der Gemeindearbeit in den kommenden Jahren ging es beim Klausurwochenende des Ältestenkreises am vergangenen Wochenende in Waldbrunn im Odenwald.

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Zukunftsbilder für die Friedensgemeinde

Fast zwei Tage Zeit nahmen sich die Ältesten der Friedensgemeinde Mitte November zusammen mit Pfarrerin Hautzinger und Pfarrer Garleff, um über die Schwerpunkte der Arbeit in den kommenden Jahren nachzudenken. Begleitet wurden Sie dabei in bewährter Weise von zwei externen Beratern des IPOS, des „Instituts für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision“ in unserer benachbarten hessen-nassauischen Landeskirche.

 

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Die Ältesten der Friedensgemeinde mit Pfarrerin und Pfarrer

Da wurde intensiv gearbeitet. Gesellschaftliche und kirchliche Trends spielten ebenso eine Rolle wie die besonderen Stärken und Schwächen der Friedensgemeinde. In Plenums- und Gruppengesprächen diskutierten die Ältesten immer wieder intensiv über spannende Ideen für die Gemeindearbeit. Mögliche Ziele für die Entwicklung der Gemeinde wurden gesammelt.

 

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Der Vorsitzende des Ältestenkreises, Axel Schimpf, und Pfarrer Gunnar Garleff, sichten die Fülle der Ideen.

Am Ende hatten die beiden Vorsitzenden des Ältestenkreises, Axel Schimpf und Gunnar Garleff, die schwierige Aufgabe, aus der Fülle der Aufgaben und Möglichkeiten die wichtigsten Themen herauszufiltern. Das Ergebnis wurde natürlich erneut heftig von den Ältesten diskutiert.

 

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Die Friedensgemeinde: attraktiv und mitten im Leben

Dabei kreisten die Gespräche immer wieder um die Fragen: Wie kann die Friedensgemeinde nahe bei den Menschen sein? Wie kann sie christliche Gemeinde für den Stadtteil sein? Wie kann sie Jugendliche und junge Familien ebenso ansprechen wie ältere Menschen und Alleinlebende in Handschuhsheim? Wie kann sie eine attraktive und lebendige Gemeinde sein und bleiben?

 

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Bestandsaufnahme…

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Visionen für die Zukunft…

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Das Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre…

Chancen und Risiken werden erwogen…

 

 

 

 

 

… mögliche Ziele der Gemeindearbeit daraus abgeleitet und kritisch diskutiert…

 

 

 

 

 

… bis am Ende, nach fast 15 Stunden Arbeit, sich fünf Schwerpunktthemen herausstellen. Die Arbeit mit Jugendlichen gehört dazu, neue Angebote für Erwachsene und eine verbesserte Kommunikation nach innen und Darstellung der Gemeinde nach außen. Und dass die Friedensgemeinde gut beheimatet ist in Handschuhsheim, auch dafür will der Ältestenkreis in den kommenden Jahren sorgen.

Damit der Glaube nicht fremd wird

Eine Anregung von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

 

In dieser Woche tagt in Dresden die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie wird oft auch das Kirchenparlament der rund 24 Millionen Protestanten in Deutschland genannt. Auf der Synode hält der Ratsvorsitzende der EKD traditionell seinen Rechenschaftsbericht. In diesem Jahr bezog sich der scheidende Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider unter anderem auf die große repräsentative Mitgliederuntersuchung, deren Ergebnisse die EKD im Frühjahr vorgelegt hat.

Schneider sagte wörtlich:

„Zwar stehen zwei Drittel aller Mitglieder (genau 67 %) in ‚mittlerer‘ Verbundenheit zur Kirche und haben ‚klassische Erwartungen‘: Seelsorge, Diakonie und Amtshandlungen werden gerne in Anspruch genommen, allerdings nur bei Bedarf. Kirche gehört damit nicht notwendig zum Lebensalltag.

Aber diese ‚mittlere Verbundenheit‘ ist oftmals der erste Schritt zur religiösen Indifferenz. Eine solche ‚distanzierte Kirchenmitgliedschaft‘ vererbt sich nicht. Sie stirbt aus.

Kern unserer Sorge ist also: Wer nie oder ganz seltene religiöse Praxis lebt, wer keine Gemeinschaft pflegt und keine Rituale kennt, dem droht der Glaube verloren zu gehen. Er wird sprachlos in religiösen Dingen und fremdelt mit vielen Inhalten. Und weil Menschen nicht weitergeben können, was sie selbst nicht mehr ausüben und aussprechen, schwächt sich die Verbundenheit mit der Kirche in der nächsten Generation weiter ab.

Mich beunruhigt z. B. diese Zahl: Nur 22 % der Kirchenmitglieder unter 25 Jahren halten eine religiöse Erziehung der eigenen Kinder für wichtig. Damit ist die Herausforderung benannt, die wir annehmen müssen – ohne aus Angst vor der Zukunft zu erstarren.

Ich plädiere dafür, dem schulischen Religionsunterricht, dem Kindergottesdienst und Konfirmationsunterricht unser besonderes Augenmerk zu schenken. Und Glaubenskurse für Erwachsene, die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sehe ich als primäre Arbeitsfelder unserer Kirche!“

 

Das ist wohl eine wichtige Anregung auch für die Friedensgemeinde.

Was meinen Sie?

Architektur-Auszeichnung für die neue Friedenskirche

Die renovierte Friedenskirche hat die renommierte „Hugo-Häring-Auszeichnung“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Kreisgruppe Heidelberg, erhalten.

Der Hugo-Häring-Preis ist ein Architekturpreis für vorbildliche Bauwerke in Baden-Württemberg. Hugo Häring war Architekt und Architekturtheoretiker aus Biberach. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des „Neuen Bauens“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Häring starb 1958.

Der Hugo-Häring-Preis wird alle drei Jahre verliehen. In den zwei dazwischen liegenden Jahren gibt es in den Kreisbezirken ein Verfahren zur „Auszeichnung Guter Bauten“. Umgangssprachlich nennt man das den „Kleinen Hugo“. Diese Auszeichnung hat nun die neue Freidenskirche in der Kreisgruppe Heidelberg gewonnen.

In der Begründung der Jury heißt es:

Eine robuste Kirche aus dem Jahr 1910 bekommt mit der kräftigen Treppenkaskade eine neue vierte Seite, die zusammen mit den drei großen Emporen nun einen Zentralraum, eine neue Mitte schafft. Damit wird die geänderte Liturgie umgesetzt und es werden zugleich verschiedene Gottesdienstformen ermöglicht. Reduzierte Materialien, Farben, Formen und Details antworten auf den Bestand, das Resultat ist ein schlüssiger neuer Gesamteindruck.

Insgesamt wurden neun Bauten ausgezeichnet, unter anderem der Theaterneubau in Heidelberg und das Haus der Astronomie, das neue Besucherzentrum beim Schloss Heidelberg sowie die kleine Waldkapelle der evangelischen Jugend bei Neckarzimmern. Eine durchaus illustre Runde also, der sich da die neue Friedenskirche präsentieren kann.

Mit dieser Auszeichnung nimmt nun die neue Friedenskirche auch teil beim Wettbewerb um den „großen“, den eigentlichen Hugo-Häring-Preis.

Näheres gibt es im Netz unter http://bda-bawue.de/gute-bauten/preise-ab-2011/?g=1143

Es tut sich wieder was…

Lange Zeit war es still hier auf der Blog-Site der Evangelischen Friedensgemeinde in Heidelberg-Handschuhsheim. Mit der Neuwahl des Ältestenkreises im vergangenen Jahr sind wir daran gegangen, auch die öffentliche Darstellung der Gemeinde zu erneuern. Diese Blog-Site soll zukünftig nun nicht mehr vorrangig dem Renovierungsprozess der Friedenskirche gewidmet sein, sondern umfassend das Leben der Evangelischen Friedensgemeinde darstellen. Mit Worten, Bildern und Tönen.

Deswegen gibt es jetzt zunächst ein leicht verändertes und aufgefrischtes Erscheinungsbild dieser Seite. Nicht mehr Baupläne prägen das Bild, sondern die einladende Tür in die neue Friedenskirche. Kommen Sie herein, schauen Sie sich um. Dies ist nur ein erster Schritt. Mehr Neues wird es in nächster Zeit hier zu entdecken geben.