Archiv für den Monat Juni 2015

Visitation des Kirchenbezirks in der Friedensgemeinde

Der freundlich kritische Blick von außen

Gemeindegremien diskutieren über Ziele der Gemeindeentwicklung

In der letzten Juni-Woche hatte die Friedensgemeinde hohen Besuch. Sechs Mitglieder einer so genannten Visitations-Kommission des Kirchenbezirks Heidelberg waren in Handschuhsheim zu Gast. Zum Abschluss diskutierte die Gemeindeversammlung über die vereinbarten Ziele zur Gemeindeentwicklung.

Mitglieder der Visitationskommission im Gespräch mit dem Ältestenkreis

Zur Visitations-Kommission des Kirchenbezirks Heidelberg gehörten Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug, die Schuldekanin, Dr. Beate Großklaus, Dietrich Dancker, der Geschäftsführer der Kirchenverwaltung sowie Dr. Klaus-Dieter Block, Udo Prinz zu Löwenstein und Nathalie Lichy, allesamt Mitglieder des Stadtkirchenrates. Ziel einer solchen Visitation ist eine Art Bestandsaufnahme der Gemeindearbeit aber auch die Blick nach vorne, also die Entwicklung neuer Ziele für die kommenden etwa sechs Jahre.

Die Kommission hat zahlreiche Gespräche geführt, vor allem mit den hauptamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde. Dazu gehören Pfarrer Gunnar Garleff, Kantor Michael Braatz-Tempel sowie die Leiterinnen unserer Kindergärten, Birgit Bohrmann und Helga Schneider-Weil. Auch die Buchführung im Pfarramt wurde überprüft und alle Gebäude der Gemeinde wurden begutachtet. Intensive Gesprächsrunden gab es auch mit dem Gemeindebeirat, in dem alle Gruppen und Kreise der Gemeinde sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde vertreten sind sowie mit dem Ältestenkreis.

Im Gespräch mit dem Ältestenkreis wurden dann auch insgesamt sechs Ziele für die Gemeindearbeit in den kommenden Jahren erarbeitet. Diese Ziele wurden am 28. Juni 2015 in der Gemeindeversammlung vorgestellt und erörtert. Im Einzelnen handelt es sich um diese Vorhaben im Blick auf die Friedensgemeinde, die Region „Heidelberg Nord“ und auch im Blick auf die Einbindung der Friedensgemeinde in die Gesamt-Kirchengemeinde Heidelberg.

Dekanin Dr. Schwöbel-Hug erläutert in der Gemeindeversammlung die Bedeutung einer Visitation

  1. Es gibt ein Team, das die Willkommenskultur der Gemeinde stärkt und die Angebote der Gemeinde in der Öffentlichkeit vorstellt. Die Friedensgemeinde hat durch ein selbstentwickeltes Maßnahmenpaket neue Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Bereichen der Gemeindearbeit (z.B. Kindergarten, Konfi-Arbeit, Jugendarbeit, Chorarbeit, Projektarbeit) gewonnen.
  2. Die Anbindung des (offenen) Waldtreffs (6 bis 16 Jahre) an die Friedensgemeinde ist durch den Einsatz von Teamern und die Kooperation bei weiteren offenen Angeboten auf dem Kirchengelände gestärkt.
  3. Die Friedensgemeinde bietet projektorientierte Mitwirkungsangebote für Erwachsene
    (z.B. Freiluftgottesdienst, Wanderung, Ausstellungen gestalten, Gartenarbeit),
    die wie folgt definiert sind:

    • niederschwellig (aktionsbezogen),
    • mit einem möglichst nach außen sichtbaren Projektergebnis,
    • Möglichkeit zur Weiterentwicklung einer längerfristigen Mitarbeit.
  4. Die Friedensgemeinde pflegt und fördert den Kontakt mit Vertretern und Vertreterinnen von Stadtteilverein, Schulen, Bezirksbeirat, sozialen Einrichtungen und der Ökumene.
  5. Die Friedensgemeinde intensiviert die Zusammenarbeit mit den Neuenheimer Pfarrgemeinden Jakobus und Johannes in Bezug auf Gottesdienste, kirchenmusikalische Angebote und Projekte für junge Erwachsene und bemüht sich um verlässliche und klare Absprachen.
  6. Als Teil der Kirchengemeinde Heidelberg sind die Angebote der Friedensgemeinde mit Angeboten der Citykirche vernetzt (z.B. über neue Medien und dem Homepage-Kalender). Bezirkliche Angebote finden regelmäßig in den Räumen der Friedensgemeinde statt.

Blick in die Gemeindeversammlung (Fotos: Helmut Brodt)

 

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Ökumene in Handschuhsheim

Gemeinsamer Kerwe-Festgottesdienst der
St. Vitus Gemeinde und der Friedensgemeinde
mit Glockenweihe

Von Helmut Brodt

Die Glockenweihe einer katholischen Kirche mit einem ökumenischen Festgottesdienst feiern? Ja, das gibt es (vielleicht nur) in Handschuhsheim. Beim Kerwegottesdienst feierten die katholische St. Vitus-Gemeinde und die Evangelische Friedensgemeinde ihr in vielen Jahren gewachsenes ökumenisches Miteinander.

Die St. Vitus-Kirche war bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Noch im Eingangsbereich und auf dem Vorplatz verfolgten Christen aus Handschuhsheim und Umgebung diesen besonderen Gottesdienst.

„Suchet der Stadt Bestes“ – Pfarrer Garleff erinnerte in seiner Predigt an die gemeinsame Verantwortung aller Christen, für das Wohl der Stadt einzutreten. Auch vor dem Hintergrund der Erfahrung beider Gemeinden im dritten Reich (wir berichteten) forderte er dazu auf, auch für unbequeme Wahrheiten einzustehen. Pfarrer Mohr nahm unter anderem Bezug auf Papst Franziskus, dem die neue Glocke als siebte Glocke im Vitus-Geläut gewidmet ist. Erst wenige Tage zuvor hatte Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ an die Verantwortung aller Christen für die Schöpfung erinnert.

Fotos: Martin Weinmann und Helmut Brodt (klicken zum vergrößern)

Musikalisch gestaltet vom Posaunenchor unter der Leitung von Harald Schneider und vom Kantor der Friedensgemeinde, Michael Braatz-Tempel, war auch musikalisch zu erleben, wie lebendig Ökumene in unserem Stadtteil gestaltet werden kann.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die neue Glocke der St. Vitus-Gemeinde von Pfarrer Mohr in einer kurzen Zeremonie geweiht. Danach sollte das neue Schmuckstück seinen Platz hoch oben im Kirchturm finden. Fast hundert katholische und evangelische Christen packten an und bewiesen anschaulich, dass in Handschuhsheim katholische und evangelische Christen gemeinsam „an einem Strang“ ziehen können.

Trotz des leichten Regens wurde dann das ökumenische Gemeindefest im Garten von St. Vitus in guter Stimmung gefeiert.

Weitere Bilder vom Festgottesdienst und der Glockenweihe auf den Seiten der Seelsorgeeinheit Heidelberg-Nord

Das Kreuz – Gestalt, Wirkung, Deutung

Vortragsabend mit dem Frankfurter Theologen Prof. Dr. Hans-Günter Heimbrock

Im Rahmen unserer Reihe „kreuz.weg.wandel – Friedensgemeinde erleben“ laden wir herzlich ein zum Vortragsabend mit Prof. Dr. Hans-Günther Heimbrock morgen, am Mittwoch, 17. Juni 2015, um 19:30 Uhr in der Friedenskirche.

Seit Februar widmen wir uns in der Friedensgemeinde in Gottesdiensten und Vorträgen den besonderen Raumerfahrungen in der neuen Friedenskirche und dem Zusammenhang von Raum und Spiritualität.

Friedenskierche 001Morgen, am Mittwoch, 17. Juni, ist nun Hans-Günther Heimbrock bei uns zu Gast. Der emeritierte Professor für Praktische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Frankfurt gilt als einer der profiliertes Experten in Bezug auf Kreuzesgestalten und ihrer vielfältigen Deutungen. 2013 ist sein Buch erschienen, das auch den Titel seines Vortrags vorgibt: „Das Kreuz. Gestalt, Wirkung, Deutung“. Darin beschäftigt er sich mit Kreuzes-Begegnungen im Alltag und in der Theologie. Er erläutert verschiedene Kreuzesformen, ihre historische Entwicklung und ihre Symbolik. Darüber hinaus schreibt er über den ganz praktischen Umgang mit dem Kreuz im gemeindlichen Leben, etwa dem Kreuz als „kirchlichem Markenzeichen“.

Zum Inhalt seines Vortrags schreibt uns Prof. Dr. Hans-Günter Heimbrock:

Quelle: Uni Frankfurt

Quelle: Uni Frankfurt

„Theologisch leitend ist für mich Beschäftigung mit dem Kreuz als ästhetischer Gestaltung. Und zwar in der Grundspannung des Protestantismus in Sachen ‚äußerer Zeichen‘.

Einerseits gilt, dass der Verzicht auf Zeichen aus reformatorischer Bilderkritik an der Vergötzung des ‚Äußerlichen‘ sinnvollerweise zur Verweigerung der Zeichen geführt hat.

Aber es gilt andererseits, dass auch die Verweigerung der Zeichen nur mit darstellerischen Mitteln ausgedrückt werden kann, die für sich und als solche lesbar sind.

Das motiviert mich, dem Überschuss bildlicher Darstellung und gestalthafter Wahrnehmung gegenüber einer bloß begrifflichen oder narrativen Annäherung an das Kreuz und seiner Botschaft nachzugehen. Deshalb legt sich für die kirchliche Praxis eine Kombination aus kognitiv zentrierter Interpretation und ästhetisch-leibhafter Erschließungen nahe.“

Friedenskierche 025In seinem Vortrag wird Prof. Heimbrock auch auf die Kreuzesgestalt (in) der Friedenskirche eingehen. Wir laden ein zu einem spannenden Abend mit Möglichkeit zur Diskussion.

Festmusik in der Friedenskirche

Georg Friedrich Händels „Dettinger TeDeum“ zum Stadtteiljubiläum

Handschuhsheim feiert sein 1250stes Bestehen, wir feiern mit. Das Kantoreikonzert am Freitag, 12. Juni um 20 Uhr in der Friedenskirche ist der Auftakt zur Festwoche in Handschuhsheim.

Auf dem Programm des Abends stehen zwei große Werke, die beide dem Dank für Bewahrung Ausdruck verleihen.

Georg Friedrich Händel, porträtiert von dem britischen Maler Thomas Hudson (1701-1779)

Georg Friedrich Händel, porträtiert von dem britischen Maler Thomas Hudson (1701-1779)

Traditionell wurde in der Geschichte des Abendlands nach überstandenen Notzeiten das Te Deum gesungen (bekannt z.B. in der ökumenischen Kirchenliedversion des „Großer Gott, wir loben dich“). Wir musizieren es in der schönen Version des Dettinger Te Deum von Georg Friedrich Händel.

Die zweite Komposition des Konzerts ist die Ratswahlkantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ von Johann Sebastian Bach. In diesem Werk steht neben dem Dank auch das Gebet um Segen für die Zukunft der Stadt. Gemeint war bei Bach natürlich Leipzig, selbstverständlich kann diese Kantate aber auch auf Handschuhsheim ausgerichtet gesungen werden.

Jubelnde Chöre, wunderschöne Arien, prächtige Trompetenklänge, satter Streicher-Sound, kammermusikalisches Oboenspiel… – es wird ein wirklich festlicher Abend!

Herausragende Solisten, ein gut vorbereiteter Chor, ein exzellentes Orchester.

Kurz: Es lohnt sich!

Karten gibt es im noch Vorverkauf in der Bücherstube an der Tiefburg. Und am Freitag an der Abendkasse.