Archiv für den Monat November 2016

Dem Licht entgegen

Besondere Gottesdienste im Advent

Unsere Adventsgottesdienste setzen in diesem Jahr an jedem Sonntag einen besonderen inhaltlichen und musikalischen Akzent:

Macht hoch die Tür

1. Advent , 27. November 2016
Musik: Consort 1580
Orgel: Michael Braatz Tempel
Predigt: Pfarrer Garleff
Abendmahl

 

Maria durch ein Dornwald ging

2. Advent, 4. Dezember 2016
Musik: Blue Notes (Tobias Freidhof),
Orgel: Teresa Scharf
Predigt: Pfarrerin Reister-Ulrichs

 

Das Volk, das noch im Finstern wandelt

3. Advent, 11. Dezember 2016
Musik: Kurrende
Orgel: Michael Braatz-Tempel
Predigt: Pfarrer Garleff
Taufen von KonfirmandInnen

 

Es kommt ein Schiff

4. Advent, 18. Dezember 2016
Musik: Posaunenchor (H.Schneider)
Orgel: Klaus Petzel
Predigt: Pfarrerin Reister-Ulrichs

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Die gute Zeit ist nah

Advent feiern in der Friedensgemeinde

In den Adventswochen lädt die Friedenskirche wieder ein, abseits allen Adventstrubels zur Ruhe zu kommen. Treten Sie ein in den Kirchenraum, der Sie freundlich empfängt und der Sie in jeder der vier Adventswochen  auf ganz eigene Weise ansprechen will. Wir verlängern dazu die Öffnungszeiten von 9.00 Uhr bis 22:00 Uhr.

Erste Adventswoche (27. Nov. – 3. Dez.)

Kommt, die gute Zeit ist nah

Adventliche Textimpulse sind in der leeren Kirche zu hören. Sie geben Anregungen zum Nachdenken und Nachspüren.

Zweite Adventswoche (4. – 10. Dez.)

Geht, die gute Zeit ist nah

DSCN4004In der leeren Kirche finden Sie ein Bodenlabyrinth ausgelegt. Es lädt dazu ein, die gewohnten und geschäftigen Wege für eine kurze Zeit zu unterbrechen und im eigenen Tempo bewusst den vorgegebenen Weg des Labyrinths abzuschreiten.

Das Labyrinth ist kein Irrgarten. Seine Wege führen zu einem Ziel in der Mitte und von dort wieder hinaus in den Alltag.

Dritte Adventswoche (11. – 17. Dez.)

Hört, die gute Zeit ist nah

Zwischen dem 3. und 4. Advent laden wir zu drei Konzerten ein. Im gemeinsamen Erleben mit anderen, im Hören, Singen und Musizieren öffnen sich die Klangwelten der Advents- und Weihnachtsbotschaft.

Mittwoch, 14.12.2016, 19.30 Uhr
Adventskonzert
Chöre und Orchester des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums

Donnerstag, 15.12.2016, 19.30 Uhr
Adventskonzert
Chöre und Orchester des St.-Raphaels-Gymnasiums

Freitag, 16.12.2016, 19.30 Uhr
Adventsliedersingen mit den Chören der Friedensgemeinde
Leitung: Michael Braatz-Tempel und Harald Schneider

Vierte Adventswoche (18. -21. Dez.)

Seht, die gute Zeit ist nah

Kindergärten und Schulen bereiten auf Weihnachten vor.

Dienstag, 20.12.16
Adventsandachten der Kindergärten
17 Uhr Kiga an der Friedenskirche
18 Uhr Kiga in der Tischbeinstraße

Mittwoch, 22.12.16
Weihnachtsgottesdienste der Schulen
08.30 Uhr Tiefburgschule
10.30 Uhr Heiligenbergschule

Am 22. und 23.12.16 bleibt die Kirche wegen Krippenspielproben und Vorbereitungen für Heiligabend geschlossen.

Gotteswort, Menschenwort, Dichterwort

„Allein die Schrift“

Rückblick auf einen etwas anderen Reformationsgottesdienst

Schon das Entrée des Gottesdienstes kündigt einen besonderen Gottesdienst an, bei dem im Grunde keiner genau weiß, was geschehen wird. Deutlich ist nur: Heute wird jeder in der Kirche seinen Teil zur Feier beitragen.

20161105_210315„Allein die Schrift!“ Mit diesen drei Worten werden die Gottesdienstfeiernden am Eingang der Friedenskirche begrüßt und erhalten anstelle des Gesangbuchs eine Bibel mit Einlegeblatt. Statt in den unteren Kirchenraum werden sie auf die oberen Seitenemporen geleitet. Dort herrscht zu Beginn neugierig-gespannte Ruhe.

Um 10 Uhr verstummen die Glocken. Die Orgel aber schweigt weiter. Ein einzelner Glockenschlag eröffnet die liturgische Feier. Es folgen Votum und einleitende Worte:

„In unserem Reformationsgottesdienst wollen wir Luther heute beim Wort nehmen, bei diesem Wort, und ihn „allein mit der Schrift“ bestreiten.

Sie haben am Eingang jeder und jede eine Bibel erhalten. Das Blatt mit dem Gottesdienstablauf dient als Buchzeichen. Sie dürfen Ihre Bibel jetzt an dieser Stelle aufschlagen. Wir werden dann, jede und jeder auf einer anderen Seite, aber alle gleichzeitig mit lautem Lesen aus der Schrift beginnen.“

Erst zaghaft verwundert, dann immer mutiger erklingt plötzlich die ganze Schrift auf einmal. Die 140 versammelten Stimmen lesen Zufallstexte wild durcheinander. Prophetische Unheilstexte erklingen neben dem Hohenlied der Liebe, die Bergpredigt grüßt den Schöpfungsbericht, Psalm 23 und die Offenbarung des Johannes erzählen vom selben Gott. Eindrucksvoll.

Das gemeinsame Lesen verebbt. In einem Moment der Stille werden die vier biblischen Worte aus den Fenstern der Friedenskirche gelesen. Sie sind auf Banner geschrieben und werden förmlich geerdet in den unteren Kirchenraum und dort von Konfirmanden auf Tischen drapiert.

20161105_210204Allein die Schrift? Nicht ganz, denn die Schrift ist nie Schrift allein, immer trifft sie auf Menschenwort, auf Dichterwort. Der Hölderlin-Text der Stufenanlage wird von drei Jugendlichen im Kanon inszeniert. Der Text nimmt zentrale biblische Worte auf: erfahren, Himmel, Mensch, Liebe, morgen.

Und das Wort setzt in Bewegung. Die Gemeinde erlebt es in eigener Bewegung. Bei wunderbarem A-Capella-Gesang – angeleitet von unserem Kirchenchorleiter Sebastian Hübner – macht sich die Gemeinde auf den Weg von den Emporen in den unteren Kirchenraum. Ein wahres Klangerlebnis.

Unten werden die Bibel auf den als aufgeklapptes Buch gestaltete Altar gelegt.

Vor der Schrift steht das Schreiben. Wir wollen nun mit den vier Schriftzitaten aus unseren Kirchenfenstern in ein Gespräch eintreten. Das soll in Form eines schweigenden Schreibgesprächs geschehen. Wir schreiben, wir tragen uns ein in die Schrift. Sie können nun einen Gedanken, eine Frage, einen Kommentar zu einem der Christusworte auf das jeweilige Band schreiben. Andere werden anderes aufschreiben. Oder lesen, was Sie geschrieben haben, und es ebenfalls kommentieren oder einen weiteren Gedanken dazu aufschreiben. So kommen wir mit der Bibel und miteinander ins Gespräch. Es soll bei diesem Gespräch aber nicht gesprochen, nicht geredet, sondern nur geschrieben und gelesen werden. Sie haben Zeit. Eine Glocke ist das Zeichen, dass wird unser Schreiben beenden. Und nun dürfen Sie sich in Bewegung setzen!

In konzentrierter Stille werden die vier biblischen Worte auf den Bannern mit den Erfahrungen, den Sehnsüchten und Hoffnungen der Gemeinde gespeist.

Nachdem angekündigten Glockenschlag führen Helfer die Banner zusammen und ziehen sie zur Kirchendecke hoch. Die Gemeinde singt derweil „Nun geh uns auf, du Morgenstern (EG 585)“. Ein gemeinsames Fürbitten und der Segen schließen diesen besonderen Gottesdienst ab.

Die Friedenskirche aber ist um einer Installation reicher. Denn der Buchaltar und das „Zelt“ bleiben für eine Woche. Und immer wieder begegnen in dieser Zeit staunend-fragende Menschen in der Kirche der Schrift.

(Eindrücke vom gestalteten Kirchenraum in unserer Fotogalerie. Zum Vergrößern klicken. Fotos: Gunnar Garleff)