Archiv für den Monat Februar 2017

Luther und seine Mitstreiter

Reformationsgeschichte
in den Fenstern der Friedenskirche

Reformationsgeschichte ist in der Friedenskirche durch ihre Glasmalerei besonders präsent. Im Rahmen einer Veranstaltung des Evangelischen Männervereins am Sonntag, 5. März, wird die ehemalige Kirchenälteste Fr. Dr. Meyer darüber spannende Dinge erläutern.

Das Fenster unter der Südempore zum Beispiel zeigt in der Mitte Martin Luther, links Philipp Melanchthon, rechts Johannes Calvin.

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Das Reformatorenfenster in der Friedenskirche

1518 kam Martin Luther nach Heidelberg zum Generalkonvent seines Ordens. Seine ein Jahr zuvor in Wittenberg veröffentlichten 95 Thesen gegen den Ablass hatten ihn bereits so bekannt gemacht, dass er wegen des großen Zulaufs in einem Raum der Universität öffentlich auftrat: Die so genannte Heidelberger Disputation. Unter den Zuhörern waren mehrere, die später ihrerseits im Sinne Luthers wirkten, so Martin Bucer, Johannes Brenz, Erhard Schnepf und andere.

Philipp Melachthon, geboren in Bretten, studierte schon 13-jährig in Heidelberg und wurde 1518 mit 21 Jahren auf den Lehrstuhl für Griechisch nach Wittenberg berufen. Dort freundete er sich mit Luther an und wurde dessen engster Mitarbeiter, besonders bei der Bibelübersetzung – beherrschte er doch Hebräisch –, aber auch in diplomatischen Angelegenheiten. Luther konnte sich ja – in Bann und Acht seit dem Reichstag zu Worms 1521 – nicht überall außerhalb von Kursachsen bewegen.

Johannes Calvin, 26 Jahre jünger als Luther, dessen Theologie er verarbeitete, in Genf als Reformator wirkend, beeinflusste erst später die kirchlichen Verhältnisse in Deutschland, besonders im Südwesten.

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Das Landgrafenfenster in der Friedenskirche

Weniger Beachtung findet gewöhnlich das Fenster unter der Nordempore der Friedenskirche. Rechts ist Karl Friedrich, erster Großherzog von Baden, zu sehen. Dieser herrschte ab 1803 über ein konfessionell gespaltenes Territorium: Das Gebiet um Freiburg – ehemals „Vorderösterreich“ – war katholisch, die ehemalige Kurpfalz im Norden vorwiegend reformiert, seit sich Kurfürst Friedrich III. (in der Mitte des Fensters) 1563 dem Calvinismus zugewandt hatte. Links ist Markgraf Karl II. von Baden zu sehen, der 1556 in seinem Herrschaftsgebiet eine lutherische Kirchenordnung einführte.

Weite Teile der evangelischen Bevölkerung im Großherzogtum Baden empfanden die konfessionellen Unterschiede zunehmend als nicht mehr relevant. Das kam beim Reformationsjubiläum 1817 zum Ausdruck und führte schließlich 1821 zur Union von Reformierten und Lutheranern in Baden.

Heute, 200 Jahr später, feiern wir das Reformationsjubiläum ökumenisch mit Blick auf das, was Evangelische und Katholiken als Christen verbindet.

Almut Meyer

(Dieser Beitrag erscheint in Kürze auch im Gemeindebrief der Friedensgemeinde. „Reformation heute“ ist dort das Schwerpunktthema. Dann zeigen wir hier auch noch weitere Bilder. Sie bekommen – noch – keinen Gemeindebrief? Wenden Sie sich bitte an das Pfarramt.)

Begeisterung auf der Tanzfläche

Die dritte Tanznacht der Friedensgemeinde

Inzwischen wird es eine Tradition. Am letzten Januar-Samstag tanzt die Friedensgemeinde. Jetzt zum dritten Mal. Und viele Freunde und Gäste tanzten mit.

Das Gemeindehaus an der Friedenskirche – kaum wiederzuerkennen. Die Schüler der Technik-AG des Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums hatten den großen Saal und das Foyer in bunte Farben getaucht, eine Disco-Kugel installiert und auch für satten Sound gesorgt. Hilfreiche Geister hatten ein wunderbares Buffet geschaffen und Tische geschmückt. Jugendliche Teamer versorgten die Tanzenden mit Getränken.

DJ-Pfarrer Vincenzo Petracca, im Hauptberuf Pfarrer der Heidelberger City-Kirche, legte auf. Und schon füllte sich die Tanzfläche. Eine bunte Schar Tanzlustiger. Ganz junge und auch Alte. Paare, die gekonnt ihre Figuren drehten. Einzelne Männer und Frauen, die sich mit geschlossenen Augen den Rhythmen hingaben. Gruppen, die mit großer Ausdauer auf der Tanzfläche blieben und die sich Mineralwasser und Gläser einfach in ihre Mitte gestellt hatten. Große Hits zum Mitsingen und Mitjubeln waren dabei. Rumba, Cha Cha Cha und Samba ebenso. Zwischendurch fröhliches Wiedersehen und angeregte Gespräche im Foyer bei Bier, Wein, Käse und Baguette.

„Gibt es das regelmäßig?“ war eine der häufig gestellten Fragen. Manche waren zum ersten Mal dabei und haben so die Friedensgemeinde auf eine sehr besondere Weise kennen gelernt. Ja, die Tanznacht soll es weiter regelmäßig geben. Es lohnt sich, den letzten Samstag in Januar frei zu halten. Und mit der Friedensgemeinde zu tanzen.

Eindrücke von der Tanznacht: Zum Vergrößern klicken (Fotos: Ulrike Horch)

Jedes Ding hat seine Zeit….

…..und für die Fällung der beiden Pappeln am Haupteingang der Friedenskirche in Handschuhsheim war die Zeit nubaumscheiben am 6. Februar unwiederbringlich gekommen. Eine Expertise im Auftrag der Stadt Heidelberg ergab bereits im Vorfeld, dass die Bäume Kernschäden aufwiesen und somit die Standsicherheit gefährdet war.

Nach der letzten Sanierung im Jahr 2011 entschied sich der Ältestenkreis der Friedensgemeinde nun für eine Fällung und Neubepflanzung. Eine unumgängliche Entscheidung, wie sich im Lauportalfe der Arbeiten erwies. Die Kernschäden waren bereits sehr weit fortgeschritten (siehe Foto).

Derzeit ist das prächtige Portal der Friedenskirche im Urzustand zu bewundern, was auch seine Reize haben mag.

Für „Nachwuchs“ an gleicher Stelle ist jedoch bereits gesorgt: Im Frühjahr, genauer gesagt im März oder im April werden am Portal unserer Kirche zwei junge Säulen-Amberbäume eingepflanzt werden. Diese Bäume können, bei schlankem Wuchs, eine Höhe von 40-50 Metern erreichen und gelten dabei als wesentlich widerstandsfähiger als die bisherigen Pappeln.