Was passiert beim Abendmahl?

Gott ist da!

Von Pfrarrerin Martina Reister-Ulrichs

Mein erstes Abendmahl war eine herbe Enttäuschung. Am Ende der Konfirmandenzeit war es endlich so weit. Was bis dato unter dem Schleier des Verbotenen verborgen war, sollte endlich sein Geheimnis preis geben. Ich war gespannt und erwartete nicht weniger als den Einschlag des Heiligen Geistes, eine Art Erleuchtung, etwas nie zuvor da Gewesenes. Nichts dergleichen geschah. Ein Stück trockenes Brot und ein Schluck ungewohnten Weins waren alles, was ich schmeckte. Oder wurde damals Traubensaft gereicht? Ich weiß es nicht mehr.

Seither hat sich viel verändert in der Kirche und in meiner persönlichen Wahrnehmung. Seit den 1990er Jahren werden in den evangelischen Landeskirchen alle Getauften, auch Kinder, zum Abendmahl eingeladen, weil die Kirchen erkannt haben, dass sich durch regelmäßiges Erleben mehr vermittelt als durch Aufklärungsarbeit, und dass es mehr um das Erschließen eines Erfahrungshorizontes geht als um Geheimniskrämerei.

Ein Blick in die Bibel verrät uns, dass Jesus „in der Nacht, da er verraten ward,“ an einem zum Passafest mit vielen symbolischen Speisen reich gedeckten Tisch zwei mit einer neuen Bedeutung versieht: „Er nahm das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, so oft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ (1. Korinther 11, 23-25)

Foto: James Coleman/unsplashDie evangelische Kirche kennt zwei Sakramente: die heilige Taufe und das heilige Abendmahl. Die Taufe ist das Sakrament des Anfangs, bei dem Christus sich mit dem/der einzelnen Gläubigen verbindet. Sie ist ein für alle Mal gültig und wird ökumenisch von den christlichen Kirchen gegenseitig anerkannt. Das Abendmahl ist das Sakrament des Bleibens, bei dem Christus sich mit der Gemeinschaft der Gläubigen und diese untereinander verbindet. Es begleitet Menschen auf dem Weg als Christen wie das tägliche Brot und wird immer wieder gefeiert.

In der Ökumene aber tun sich Hürden auf, denn es besteht bis heute Uneinigkeit in der Frage, wie der auferstanden Christus in den Elementen gegenwärtig ist. Werden Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt? Oder weisen Brot und Wein nur auf ihn hin? Im Theologiestudium habe ich mir mit Feuereifer darüber den Kopf zerbrochen.

Als Pfarrerin habe ich je länger je mehr gemerkt, dass es mir auf die verstandesmäßige Durchdringung dessen, was sich da vollzieht, nicht hauptsächlich ankommt. Ich entdecke Tränen in den in den Augen der Menschen, denen ich Brot und Kelch reiche. Ich spüre eine tiefe Verbundenheit mit der Gemeinschaft der Feiernden. Ich werde gestärkt. Ich vertraue der Kraft des Rituals. Ich glaube fest, dass Gott hier am Werke ist und dass ich nicht begreifen muss, wie: Er weiß viel tausend Weisen. Ich freue mich darüber, dass Gott es uns ganz leicht macht, weil es beim Essen und Trinken um elementare Vollzüge geht, die jeder Mensch braucht. Nimm und iss. Gott ist da. Du bist nicht allein. Mehr nicht. Weniger nicht.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem neuen Gemeindebrief der Friedensgemeinde. Unser Thema der aktuellen Ausgabe: „Zu Tisch! Ein Fest für Leib und Seele.“ Sie können den Gemeindebrief hier herunterladen.

 

Fotos: Lothar Bauerochse; James Coleman on Unsplash

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Rikscha und Gartenlandschaften

Die Rikscha rollte zum Sommerfest vor

Am vergangenen Sonntag (1. Juli) war sie endlich die: Die Friedensgemeinde-Rikscha, die durch eine Spendenaktion finanziert werden konnte. Ab jetzt steht sie Menschen in Handschuhsheim, die nicht mehr so beweglich sind, zur Verfügung für Besuche, kleine Besorgungen oder Ausflüge.

 

Der weitere Tag stand im Zeichen eines paradiesischen Sommerfestes.

Es war wirklich ein Sommerfest unter strahlend blauem Himmel. Der Altar umrankt von Grün und Blüten und Licht. Heitere und vertraute Gespräche unter den Sonnenschirmen auf dem Platz vor dem Gemeindehaus. Strahlende Jungbläser. Das Regenbogenfisch-Theater des Kindergartens in der Tischbeinstraße. Und vor allem: Die Gemeinde begrüßt und begutachtet die neue Gemeinde-Rikscha, die nach dem Gottesdienst feierlich in den Dienst genommen wurde.

Hier Eindrücke vom Fest (klicken zum Start der Fotogalerie)

 

Fotos: Bauerochse

Armes Deutschland?

Jugend-Theaterprojekt „Kikuyu“ aus Glückstadt
in der Friedensgemeinde

Im Juli besucht „Kikuyu“, eine Jugendgruppe der Ev. Kirchengemeinde Glücksburg, die Friedensgemeinde. Die Jugendlichen haben sich mit dem Thema „Armut in Deutschland“ beschäftigt.

Wie wirkt sich Armut im Alltag junger Menschen, aber auch im gesellschaftlichen Kontext aus? Wie begegnen Christen der Armut in unserem Land? Und – nicht zuletzt – welche Positionen nehmen biblische Texte zum Phänomen der Armut ein?

In unterschiedlichen Workshops haben sich die Jugendlichen mit diesem Thema beschäftigt, besuchten mehrere Beratungsstellen und Betroffene. Eine Performance bestehend  aus unterschiedlichen Elementen der Bereiche Chor, Band, Solisten, Tanz, Theater und Licht- und Tontechnik und wird am Freitag, 20. Juli 2018, um 19 Uhr in der Friedenskirche aufgeführt.

Der Eintritt ist frei.

„Kikuyu“ ist der Name der Jugendgruppe der Förderegion im Kirchenkreis Angeln, zu der die Kirchengemeinden Munkbrarup, Grundhof und Glücksburg gehören. Mittlerweile treffen sich 70 – 80 Jugendliche regelmäßig jeden Freitag um 18.30 Uhr im Propst-Torp-Haus in Glücksburg. Unter der Jugendarbeit von „Kikuyu“ versteht man eine ganzheitliche Form christlicher Jugendarbeit, die sich sehr stark den Fragen und Themen der gegenwärtigen Jugendkultur öffnet und diese in Beziehung setzt zu den Aussagen des christlichen Glaubens. Ferner gilt es, die Jugendlichen zu einem selbständigen und selbstverantworteten Engagement innerhalb einer großen Gemeinschaft von Menschen anzuleiten. Die Jugendgruppe orientiert sich an dem jugendmissionarischen Konzept der Teenager-Singing-Bewegung des weltweiten CVJM, ist aber selbst nicht Mitglied im CVJM.

In diesem Konzept spielt das selbständige Arbeiten in unterschiedlichen Workshops eine große Rolle. Zu diesen Workshops, die sich in unterschiedlichen Abständen treffen, gehören unter anderem die Bereiche Chor, Band, Solo, Tanz, Theater, Licht- und Tontechnik, Segeln, Internet, der Workshop „Kreative Verkündigung“, ein eigenes Jugend-Cafe, Jugendseminare und Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen. Gemeinsam entwickeln die Jugendlichen im Laufe eines Jahres ein eigenes Programm, bestehend aus unterschiedlichen Segmenten aus den Bereichen Chor, Solo, Band, Tanz und Theater – ein Programm, mit dem sie sich dann auch im In- und Ausland der Offentlichkeit präsentieren. Besondere Höhepunkte waren die Auftritte der Jugendlichen im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in München, auf den Kirchentagen in Bremen, Dresden und Stuttgart – und ganz besonders auf dem letzten Kirchentag in Berlin, wo sie im Atze-Musik-Theater mit ihrem letzen Programm „Refugees“ auftraten.

Sommerfest und Gartenlandschaften

Sommerfest am kommenden Sonntag (1. Juli)

Gottesdienst und Rikscha-Einweihung, Aktionen, Spiel- und Bastelangebote: Das Gemeindefest am kommenden Sonntag hat viel zu bieten. Feiern Sie mit!

Im Gottesdienst um 10.00 Uhr lustwandeln wir durch die Gartenlandschaften des Hohenliedes.

Anschließend haben Sie die Möglichkeit, bis zum Mittagessen in den Liegestühlen auf unserer Chill-Wiese zu entspannen. Kinder können derweil gärtnern, basteln oder viele Ideen aus einem Spielmobil umsetzen. Zirkus Prisma und das Kindergartentheater sorgen für luftige Unterhaltung. Grüne Gedichte und sommerliche Weisen beschließen um 16.00 Uhr das Fest in der Friedenskirche.

f=“https://friedensgemeinde.files.wordpress.com/2016/07/4allemit-beach.jpg“> Heitere Sommerstimmung auf dem „Friedensplatz“[/capt

Hier das Programm im Detail:

10:00 Uhr: Gottesdienst
anschl.: Einweihung der Gemeinderikscha
ab ca. 11:00 Uhr: Spielmobil und Aktionen des Waldtreff
11 bis 12 Uhr: Sommerliche Cocktails
12 Uhr bis 14 Uhr: Mittagessen
12:30 Uhr: Jungbläser
13 und 14 Uhr: Theater für Kinder und Erwachsene (Kindergarten Tischbeinstraße)
13:30 bis 16:00 Uhr: Weitere Bastelangebote für Kinder (Kindergarten Mühltalstraße)
14:00 – 16:00: Kaffee und Kuchen
15:00: Zirkus Prisma
16:00: Geistlicher Abschluss

Zwischendrin: die eine oder andere Aktion

Die Rikscha kommt!

Friedensgemeinde sucht Fahrerinnen und Fahrer
für die Jungfernfahrt

Es ist geschafft! Das Geld für die Friedensgemeinde-Rikscha ist beisammen! Viele großzügige und großherzige Menschen und die Vaupel-Stiftung haben dazu beigetragen, dass die Rikscha bald dauerhafter Bestandteil des Handschuhsheimer Stadtbildes sein wird. Jetzt werden Menschen mit Kraft und Ausdauer gesucht, die gemeinsam das Gefährt nach Heidelberg bringen. 300 Kilometer in sechs Etappen. Wer ist dabei?

Rikscha1Zur Zeit schrauben im bayrischen Pielenhofen fleißige Hände an der neuen Rikscha (vgl. unsere bisherigen Blog-Beiträge). In wenigen Wochen ist sie fertig. Und beim Gemeindefest am 1. Juli soll sie in der Friedensgemeinde ankommen. Das wird ein Fest!

Den Auftakt zu Ihrem Empfang soll eine Jungfernfahrt bilden. Geplant ist, dass alle, die Lust, Zeit und vor allem genug Kraft und Ausdauer haben, helfen, die Rikscha ihrer zukünftigen Heimat ein Stück näher zu bringen.

Rikscha2Start der Fahrt ist am Freitag, 22. Juni im 309 km entfernten Pielenhofen bei Regensburg. Von dort geht es in 6 Etappen nach Heidelberg.

Etappe 1: am Wochenende 22. bis 24. Juni (Freitag bis Sonntag, evtl. auch am Montag, 25. Juni)

Etappe 2: evtl. am Freietag 29. Juni, auf alle Fälle am Samstag, 30. Juni und Sonntag, 1. Juli.

Pünktlich zum Gemeindefest soll die Rikscha an der Friedenskirche vorfahren.

Wer hat Zeit und Lust (und einen PKW-Führerschein)? Interessenten sind herzlich eingeladen, an einem oder mehreren der genannten Etappen-Tage als Wegbegleiter in die neuen Pedalen zu treten.
Einfach per Mail anmelden:
Friedensgemeinde-Rikscha[at]gmx.de.

Yvonne Schimpf

Der neue Ka-eM-Deh

Friedens- und Stadtkirchen-Kantor Michael Braatz-Tempel
zum Kirchenmusikdirektor ernannt

Im Rahmen einer samstäglichen „Musik zur Marktzeit“ wurde Friedenskirchen-Kantor Michael Braatz-Tempel der Ehrentitel eines Kirchenmusikdirektors verliehen.

Sehen Sie hier Impressionen der Feier
(zum Start der Bildergalerie bitte klicken)

 

Fotos: Lothar Bauerochse

Besser hören in der Friedensgemeinde

Erweiterung der Lautsprecher-Anlage abgeschlossen

Pünktlich zur Feier der Jubelkonfirmation am 18. März waren die Arbeiten zur Erweiterung und Optimierung der Lautsprecheranlage in der Friedenskirche abgeschlossen.

Auf der Orgelempore wurden zwei zusätzliche Lautsprecher installiert, so dass insbesondere die Chöre der Friedensgemeinde während des Gottesdienstes besser im Hören unterstützt werden.

Im unteren Kirchenraum wurden jeweils unter den Seitenemporen zwei zusätzliche Lautsprecher aufgestellt. Sie sorgen dafür, dass die ehemaligen Schallschatten, welche durch die Säulen der Kirche enstanden waren, aufgehoben werden. Das Hören unter den Emporen sollte damit deutlich leichter sein.

Auch die Lautsprecher in den großen Stelen neben der Stufenanlage wurden neuausgerichtet. Sie beschallen nun vor allem den mittleren, unteren Kirchenraum, aber auch die vorderen Reihen auf den Emporen. Die für die Emporen vorgesehenen Lautsprecher werden allerdings nur bei Bedarf eingeschaltet. Da die Emporen in der Regel nicht stark besetzt sind, sorgt die Beschallung dort dann für größeren Nachhall, was negative Folgen für die Gesamtakustik in der Kirche hat.

Im Zuge der Arbeiten wurde auch die Induktionsschleife in der Friedensgemeinde getestet. Diese führt in einem Bogen von der linken Stele zur rechten um das gesamte „Mittelschiff“ der Kirche. Auf dem Bestuhlungsplan sind die sehr gut ausgesteuerten Plätze blau markiert. Gelb markiert sind die Plätze, wo die gemessene Aussteuerung ebenfalls sehr gut ist.

Wichtig ist, dass Hörgeräteträgerinnen und –träger bei ihrem jeweiligen Gerät die T-Spule eingeschaltet haben. Nur dann entfaltet die Induktionsschleife ihre Wirkung.

Pfr. Gunnar Garleff